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Die Carrera Quartetts und die Carrera SchallplatteHenry Smits-BodeIn den 70´ern eroberte George Lukas mit seinen Star-Wars Figuren die Kinderzimmer der ganzen Welt und legte mit dieser Strategie, ein Filmthema weit über das eigentliche Filmgeschäft hinaus zu vermarkten, die Grundlage des modernen Merchandising. Der Dinosaurier zum Kinohit, das Buch zur Fernsehserie, die Bettwäsche zum Fußballverein - an all das haben wir uns seit dem gewöhnen müssen. Aber das Quartett zur Autorennbahn, die Schallplatte zum Rennbahnsystem - das erscheint auch heute noch kurios.
Offenbar wurden beide Quartetts von zwei verschiedenen Unternehmen, der Firma ASS und der Firma Heinrich Schwarz+Co, hergestellt. Nicht ganz einig ist man sich in Sammlerkreisen, welche Deckblätter zu welchen Ausführungen gehören. Das Deckblatt der Firma ASS mit dem Jaguar E als Titelbild ist auf beiden Versionen zu finden, während die Firma Schwarz zwei verschiedene Titel bereit hielt, die den Porsche Carrera 6 bei dem normalen Quartett und den Lotus 40 bei dem Anlegespiel zeigen (siehe Abbildung). Es scheint jedoch, als seien die Deckblätter auch werksseitig schon mal vertauscht worden, denn es sind mehrere Quartetts bekannt, denen das jeweils andere Frontblatt zugeordnet ist. Aufgrund der Seltenheit der Quartetts ist ein nachträglicher Austausch als eher unwahrscheinlich anzusehen. Auffallend ist, daß die Deckblätter anders als die anderen 36 Karten nicht das Carrera-Logo auf der Rückseite tragen. Dieses weist nicht etwa auf eine nachträgliche Kopie oder anderweitige Fälschung hin, sondern ist tatsächlich original. Anders als bei den Fahrzeugen hat sich für Schallplatte und Quartetts bisher kein einheitliches Preisgefüge etabliert. Manche Carrera-Sammler haben überhaupt kein Interesse an diesen Nebensächlichkeiten, für andere wiederum stellen sie das sprichwörtliche Salz in der Suppe dar, also das unverzichtbare Beiwerk, welches eine Sammlung erst komplett macht. Letztlich bleibt es also dem Interessierten selbst überlassen, was er zu zahlen bereit ist. In Carrerakreisen werden diese Teile allerdings ohnehin meist nur als Tauschobjekt offeriert. Die Quartetts sind mit etwas Glück manchmal über Quartettsammler zu verhältnismäßig moderaten Preisen zu ergattern. Maßgeblich für die Sammelwürdigkeit ist in erster Linie die Vollständigkeit (inkl. Deckblatt!) und die einwandfreie Erhaltung der Karten, d. h. keine Risse, Beschriftungen etc. Gleiches gilt natürlich für die Schallplatte, zu der i. d. R. ein größtenteils rosafarbenes Cover gehört. Es gab allerdings auch Exemplare, die als Muster mit einem neutralen weißen Cover an die Fachhändler geliefert wurden. Aber auch, wenn diese Variante als original anzusehen ist, ist sie deutlich niedriger zu bewerten, als die bedruckte Version. Kein Carrera-Thema ohne das obligatorische Gerücht: Angeblich soll die Schallplatte auch mit einem Cover verkauft worden sein, das Huschke von Hanstein zeigt. Ein solches Exemplar ist bislang jedoch nicht bekannt. Sollte ein Leser Kenntnis von der tatsächlichen Existenz dieser Hülle haben, bitten wir um eine entsprechende Mitteilung an den Autor oder die Redaktion.
Copyright 1997 Henry Smits-Bode
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